Der Dammelsberg

Die FAZ schrieb einmal, dass der Marburger Dammelsberg ein Kleinod unter den hessischen Naturschutzgebieten wäre. Da ich dort schon sehr oft als Fotograf unterwegs war, kann ich diese Aussage nur bestätigen.

Vor über 200 Jahren wurde in diesem Gebiet die Waldwirtschaft aufgegeben und zum Zeichen fortan ein Naherholungsgebiet für die Marburger Bevölkerung zu sein, pflanzte man damals einen Eichenwald. Im Laufe der Jahrhunderte ging immer mal wieder das Geld zur Instandhaltung des Waldes aus und so wurde aus der Not eine Tugend, denn dieses kleine Gebiet zwischen Köhlersgrund, Rothenberg und dem Marburger Schloss ist heute sich selbst überlassen. Nur auf Wege gestürzte Bäume werden von der Stadt entfernt, der Rest dieses großartigen Stückes innerstädtischer Natur darf und will sich frei entfalten, mit weitreichenden Folgen.

 

Zum einen leben und jagen dort 13 der 16 in Deutschland bekannten Fledermausarten, alle fünft Spechtarten hacken hier auf die Bäume ein und in den zahlreichen Tothölzern existiert heute die größte Population an Hirschkäfern in ganz Deutschland, was wirklich nur die wenigsten Einheimischen wissen. Bei jeder Runde durch den Dammelsberg entdecke ich neue Nistplätze, Wohnhöhlen oder Erdlöcher der dortigen Bewohner und wer die Ohren aufstellt, kann zumindest einige der anwesenden Tierarten hören, auch wenn die Vertreter allesamt eher schüchtern sind. Dafür sorgt sicher auch die Tatsache, dass die Wege zwischen Schloss, Rothenberg und dem Köhlersgrund eine sehr beliebte Hundestrecke sind, doch selbst die angetroffenen Vierbeiner genießen stillschnüffelnd die zauberhafte Umgebung.

Sollten Sie dort einmal vorbeischauen? Unbedingt, denn nach den botanischen Gärten ist dies wohl die einzigartigste Naturoase in unserer schönen Stadt und um dorthin zu gelangen, können Sie entweder am Schloss oder am Eingang des Köhlersgrund parken und diese erkunden. Hinweisschilder mit der Geschichte des Berges und wissenswertes stehen entlang der Wege und langweilig wird es dort nie.

Herzlichst, Ihr Arno von Rosen

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